Petition gegen Bau von Windkraftanlagen in HullernMit der vorliegenden Petition vieler Hullerner Bürger, die u.a. von der Wählergemeinschaft Haltern unterstützt wird, wollen wir auf die gravierenden nachteiligen Folgen für die Ortsentwicklung, den Landschafts- und Naturschutz sowie auf die Wohn- und Lebensqualität der hier lebenden Menschen hinweisen. Innerhalb von 3 Tagen haben ca. 300 Bürger unterschrieben und Ihren Unmut dargelegt. Wir erwarten vom Petitionsausschuss eine klare Stellungnahme zu den Problemen und ein Einwirken auf die Landesregierung zur Rückkehr zu einer konsensfähigen Politik.

Seit Jahren versucht die Stadt Haltern am See eine rechtssichere Ausweisung von Windkonzentrationszonen aufzustellen. Nachdem schließlich alle Aspekte, wie Schutz der Bürger, Umwelt- und Landschaftsschutz, Verträglichkeit mit städtebaulichen Zielen der Stadt Haltern am See sowie Berücksichtigung der mehr als 1000 Unterschriften der Hullerner Bürger gegen die Errichtung von Windkraftanlagen berücksichtigt worden waren, wurde eine Konzentrationszonenplanung von der Bezirksregierung genehmigt. Aufgrund einer Klage von Investoren, die Windräder außerhalb der ausgewiesenen Konzentrationszonen bauen wollen, hat das OVG Münster die Planung für unwirksam erklärt. Man hat mittlerweile das Gefühl, dass kommunale Raumplanung nicht mehr von den Kommunen selbst gestaltet wird, sondern Gerichte mehr und mehr diese Aufgabe wahrnehmen.

Aufgrund des respektlosen Vorgehens der sog. Investoren scheint das Halterner Gemeindegebiet nun in ein Öko-Industriegebiet verwandelt zu werden. Insbesondere Hullerner Bürger können nicht verstehen, warum ausgerechnet in einem der letzten Natur- und Naherholungsgebiet ohne Windräder nun rücksichtslos gigantische Anlagen mit 200m Meter Höhe entstehen sollen. Auf der einen Seite fordert Herr Remmel mehr Artenschutz, Biodiversität und weniger Flächenverbrauch. Geht es aber um Windkraft, scheint er Gedächtnislücken zu besitzen. Anlagen werden z.B. aufgrund veralteter Artenschutzgutachten genehmigt, städtebauliche Aspekte ignoriert, Gesundheit der Anwohner bewusst aufs Spiel gesetzt und uralte, gewachsene Landschaften zerstört.
Hullern soll nun mit Windrädern im Westen und im Osten umstellt werden. Eine Entwicklung des Dorfes ist damit nicht mehr möglich, der Niedergang eingeleitet.  Obwohl Landesentwicklungsplan und Landschaftsplan für dieses Gebiet klare Ziele des Naturschutzes und der Stillen Erholung definieren, sollen rücksichtslos Windräder in die bisher naturbelassene Landschaft gestellt werden. Die Windräder stehen, werden sie denn tatsächlich gebaut, im Herzen eines Landschaftsschutzgebietes, das südlich von dem FFH-Gebiet „Lippeaue“, östlich von dem Natura 2000 Gebiet „Westruper Heide“, nördlich vom naturbelassenem „Hullerner Stausee“ und dem europäisch bedeutsamen Naturschutzgebiet „Borkenberge“ sowie westlich vom FHH-Gebiet „Steveraue“ liegt. Dieses Gebiet hat eine herausragende Bedeutung für das überregionale Biotopverbundsystem. Dieser wichtige Trittstein würde nicht nur zerstört sondern gleichzeitig zu einer massiven Barriere  im System.

Dieses Gebiet soll weiterhin im Rahmen des Projektes „2Stromland“ ökologisch für die Stille Naherholung mit hohem finanziellem Aufwand weiterentwickelt werden. Windräder in diesem Gebiet werden alle Bemühungen um eine landschaftsverträgliche Raumgestaltung zu Nichte machen.

Es klingt schon mehr als zynisch, wenn Herr Minister Remmel schreibt: „ Der Flächenverbrauch ist zu hoch, wir brauchen mehr Platz für Natur, Erholung und Landwirtschaft.

Initiatoren
Dr.-Ing. Heinz-Werner Vißmann            Karin Meuter-Bäther

 

Petition WAZ 07.03.2016  Petition HZ 07.03.2016

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