Steht die „Grüne Lunge“ des Ruhrgebiets vor dem Aus?So, wie hier in Lichtenau bei Paderborn, könnte es bald in Haltern am See (am Industriepark?) aussehen.

Nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster die in Haltern am See ausgewiesenen Windkonzentrationszonen für unwirksam erklärt hat, hat nun das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen in einem weiteren Urteil die Errichtung von Windkraftanlagen gegen den Willen der Kommune und vielen Bürgern der Stadt Haltern am See angeordnet. In beiden Verfahren hatten Landwirte der Stadt Haltern geklagt. 

Die grundgesetzlich garantierte Planungshoheit der Kommunen nimmt mehr und mehr Schaden.

Die WGH hat sich immer gegen den ungehemmten Ausbau der Windenergie ausgesprochen. Die Bürger müssen vor gesundheitlichen Gefahren und den Preisverfall ihrer Immobilien geschützt werden, die Landschft muß in ihrer Vielfalt erhalten bleiben, unsere Kinder und Enkel haben ein Anrecht auf eine natürliche und grüne Landschaft frei von gigantischen Windkraftanlagen. Wir setzten uns weiterhin für gezielte Höhenbeschränkungen und deutlich höhere Mindestabstände auf Halterner Gebiet ein. Es kann nicht sein, dass in Bayern 200m hohe Anlagen 2000m von Häusern entfernt stehen müssen und in NRW nur 400 ( wenn überhaupt). Die WGH fordert eine bundeseinheitliche Abstandsregelung, damit die Bürger in den Kommunen, so auch in Haltern am See, ausreichend geschützt sind. Wir in Haltern sind nicht Bürger zweiter Klasse.

Grüne Natur und Landschaft spielten beim Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen keine Rolle. Ein Hauptaugenmerk der Kammer lag auf der zeilichen Abfolge der rechtlich noch notwendigen Schritte. Diese sollten möglichts schnell erlegt werden, nur damit die Investoren noch rechtzig in 2016 ihre Genehmigungen unter den derzeitigen gewinnträchtigen Förderbedingungen zu Lasten der Bürger erhalten können.

Im Fall des Lippramsdorfer Windrades wurde ein Vergleich geschlossen. Sollten bestimmte Bedingungen eingehalten werden, dann muß der Kreis bis Ende Dezember 2016 den Bau des Windrades genehmigen.
Im Falle des Windrades Hullern wurde der Kreis dazu verurteilt, die Genehmigung zu erteilen, sobald alle erforderlichen Antragsunterlagen vorliegen.

Wir sind enttäuscht, dass wieder einmal finanzielle und ideologische Interessen gesiegt haben, und nicht die Vernunft. Wir halten es für bedenklich, dass Eigeninteressen höher angesiedelt werden als das Gemeinwohl. Wir halten es ebenfalls für bedenklich,  dass einige Wenige die Möglichkeit erhalten, die Allgemeinheit unverhältnismäßig zu belasten. Wir halten es für fragwürdig, dass von rechtlicher Seite nicht allen Bürgern die Möglichkeit gegeben wird, ausreichend Rechtsmittel einzulegen. Wir halten es für bedenklich, dass eine bemerkenswerte grüne Landschaft (Grüne Lunge des Ruhrgebietes), die über Generationen gehegt und gepflegt wurde, in eine Industrielandschaft verwandelt werden soll.

Weitere Informationen:

Halterner Zeitung vom 04.12.2015 Halterner Zeitung vom 04.11.2015 Halterner Zeitung vom 31.10.2015

Zum Seitenanfang